Medien und Demokratie: OKV-Workshops treffen den Nerv des neuen Schulfachs

Medienkompetenz mit dem OKV praxisnah erleben

Ab dem Schuljahr 2027/28 wird an den AHS-Oberstufen in Österreich das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“ eingeführt. Ziel ist es, jungen Menschen ein kritisches Verständnis für die Rolle der Medien in der Gesellschaft zu vermitteln. Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, wie Themen gesetzt und gerahmt werden, wie Desinformation funktioniert, welche Verantwortung mit öffentlicher Kommunikation verbunden ist und wie sie selbst aktiv an der digitalen Öffentlichkeit teilhaben können. Der Offene Kulturverein Wels sieht in diesem neuen Gegenstand eine klare Überschneidung mit seinen bestehenden Angeboten für Schulen.

Praxis statt reiner Theorie

„Wir produzieren nicht für die Schublade, sondern für die Öffentlichkeit“, sagt Christoph Brückl, Leiter des OKV. „Wenn Jugendliche Texte für unser Magazin schreiben, einen Talk für DORF TV moderieren oder eine Straßenumfrage drehen, erleben sie hautnah, was journalistische Arbeit bedeutet – inklusive Recherche, Quellenprüfung, Zeitdruck und der Verantwortung für das fertige Produkt.“

Genau diese Praxisnähe ist aus Sicht des Vereins ein zentraler Vorteil. Während viele Bildungsangebote bei der Analyse von Medieninhalten stehen bleiben, gehen die Workshops des OKV einen Schritt weiter: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden selbst zu Medienmachern. Im Zentrum steht das Magazin Forum., das von Jugendlichen gestaltet wird und in einer Auflage von 8.000 Exemplaren erscheint. Beiträge aus Schulworkshops finden dort regelmäßig Platz. Ergänzt wird das Printangebot durch Videoformate im eigenen Studio, Podcast-Produktionen und Kooperationen mit Partnern wie DORF TV oder den OÖNachrichten.

Der OKV verfügt über ein eigenes TV-Studio

Konkrete Anknüpfungspunkte zum neuen Fach

Besonders eng mit den geplanten Inhalten von „Medien und Demokratie“ verknüpft sind Module wie „Fake News? Wie wird man mündiger Medienkonsument“, „Medien – die 4. Gewalt?“ sowie Workshops zu Medienrecht, kritischem Hinterfragen und dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz bei Recherche und Bildproduktion. Auch der Debattierclub und Exkursionen in die Welser Stadtverwaltung greifen Fragen demokratischer Teilhabe und medialer Verantwortung direkt auf.

Weitere passende Formate sind die Produktion von Video-Podcasts und Talkshows im OKV-Studio, das Drehen von Straßenumfragen oder Schulevent-Filmen sowie die Erstellung von Podcasts im hauseigenen Tonstudio. Dabei lernen die Jugendlichen nicht nur technische Abläufe, sondern auch journalistische Grundsätze wie die Trennung von Nachricht und Meinung, den Umgang mit Quellen und die Verantwortung für veröffentlichte Inhalte.

Viele Einheiten können flexibel eingesetzt werden. OKV-Trainer kommen direkt an die Schulen und halten dort sowohl kompakte Vorträge als auch praxisorientierte Mitmach-Workshops ab. Alternativ können Klassen einen umfangreicheren Medientag im OKV-Gebäude am Römerwall verbringen, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Die Angebote richten sich an Unter- und Oberstufe und eignen sich sowohl für den eigenständigen Gegenstand „Medien und Demokratie“ als auch für die integrative Umsetzung in Fächern wie Deutsch, Geschichte und politische Bildung oder Digitale Grundbildung.

Zeitungslayout ist auch direkt an Schulen möglich, sofern die Schule InDesign installiert hat.

Technische Möglichkeiten vor Ort

Ein besonderer Pluspunkt des OKV ist die vorhandene Infrastruktur. Im Gebäude am Römerwall stehen ein voll ausgestattetes TV-Studio mit mehreren Kameras, Studiolicht und Regieraum, ein professionelles Tonstudio sowie Schnittplätze zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch Möglichkeiten für Layout und Druckvorbereitung, analoges Fotolabor und weitere Stationen. Schulklassen können dadurch an einem Tag mehrere Produktionsbereiche durchlaufen – von der Recherche über die Aufnahme bis zur Nachbearbeitung. Das erleichtert die Organisation und macht die Workshops besonders erlebnisreich.

Schüler des Bruckner-Gym aus Wels mit der ersten Ausgabe der Zeitung Forum.

Beispiel aus der Praxis: Geschichte trifft KI

Ein aktuelles Projekt zeigt, wie solche Kooperationen aussehen können. Schülerinnen und Schüler der HAK Wels und des ISZ Wels arbeiteten gemeinsam mit dem OKV und dem Welser Stadtarchiv an einer Ausgabe des Magazins Forum.. Historische Gebäude, die heute nicht mehr existieren, wurden auf Grundlage von Archivfotos und Dokumenten recherchiert und mithilfe von KI-Technologien in die Gegenwart visualisiert. Die Jugendlichen schrieben die begleitenden Texte, setzten sich intensiv mit Originalquellen auseinander und lernten gleichzeitig den kritischen Umgang mit generierten Bildern. Das Ergebnis war nicht nur ein gedrucktes Magazin, sondern auch ein greifbares Beispiel dafür, wie Medienkompetenz, historische Bildung und neue Technologien zusammenfinden.

Solche Projekte machen deutlich, dass Medienbildung im OKV nicht isoliert stattfindet, sondern mit konkreten gesellschaftlichen und regionalen Themen verknüpft wird. Die Jugendlichen erleben, wie Recherche, Quellenkritik, Textarbeit und digitale Werkzeuge ineinandergreifen – genau jene Kompetenzen, die das neue Fach stärken soll.

Direkter Nutzen für Lehrkräfte

Für Lehrkräfte bieten die Angebote mehrere praktische Vorteile. Die Module sind klar umrissen, zeitlich gut planbar und lassen sich sowohl als Einzelworkshop als auch als Projekttag oder längere Kooperation umsetzen. Viele Einheiten finden direkt an der Schule statt – als Vortrag oder als Mitmach-Format. Das reduziert den organisatorischen Aufwand erheblich. Durch Kooperationen und Stipendiengeber aus der Wirtschaft sind zahlreiche Workshops stark vergünstigt oder vollständig kostenfrei – ein wichtiger Punkt bei knappen Schulbudgets.

„Wir wollen, dass möglichst viele Klassen die Chance bekommen, Medien nicht nur zu konsumieren, sondern selbst zu gestalten“, betont Christoph Brückl. Die Betreuung erfolgt durch erfahrene Journalistinnen, Journalisten und Medienpraktiker. Auch für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler sowie für Sprachförderung eignen sich mehrere Formate.

Interessierte Lehrkräfte können das aktuelle Programmheft 2027 anfordern oder ein individuelles Angebot für ihre Klasse bzw. ihren Jahrgang anfragen. Der Offene Kulturverein Wels ist telefonisch unter 0680 23 622 16 oder unter unserem Kontaktformular erreichbar. Weitere Informationen sowie aktuelle Projektberichte finden sich auf www.okv-wels.at.

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Jugendliche produzieren monatlichen Expertentalk für DORF TV